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StadtLab zieht starke Bilanz – klarer Bedarf für die Zukunft

03.02.2026

32.000 Besuchende bis Ende 2025 – Highlights in 2026 vorgestellt

32.000 Besucherinnen und Besucher, eine starke Sogwirkung für die Jenaer Innenstadt, und ein klarer Bedarf auch in Zukunft – das sind wesentliche Erkenntnisse aus dem Projekt „StadtLab Jena“, welches bis Ende November 2025 im Rahmen des Bundesprogramms „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ gefördert wurde. Die Untersuchung des Lehrstuhls Wirtschaftsgeographie der Friedrich-Schiller-Universität zeigt, dass sich das StadtLab seit Projektstart im Sommer 2023 als zentraler Experimentier-, Begegnungs- und Impulsraum fest in der Jenaer Innenstadt etabliert hat. Das StadtLab, so der auswertende Bericht, habe einen messbaren Beitrag geleistet, um die Innenstadt zu beleben und zur Transformation beizutragen. Die Zahlen verdeutlichen die vielfältige Nutzung, eine große Reichweite und eine breite Zustimmung.


 

Vier Personen posieren vor der Ratszeise in Jena
StadtLab-Team L. Liebe (Fachdienstleiter Stadtentwicklung), E. Plava, G. Sachse (beide Team StadtLab) & M. Henkenmeier (Prokurist JenaWirtschaft)

Vielfältige Nutzung und große Reichweite

Bis November 2025 wurden im StadtLab an den Standorten Löbderstraße und Ratszeise von 125 Träger:innen insgesamt 280 Nutzungen umgesetzt. Die durchschnittliche Nutzungsdauer lag bei 3,2 Tagen, knapp 78 Prozent der Formate waren eintägige Veranstaltungen. Inhaltlich dominierten Angebote aus dem Themenfeld Bildung & Soziales (105 Nutzungen) sowie der Kultur- und Kreativwirtschaft (49 Nutzungen). Es folgten Formate der Bereiche Politik & Gesellschaft, Handel & Gastronomie sowie Technologie & Wirtschaft. Am längsten waren jeweils Handels- und Gastronomiekonzepte mit einer Nutzungsdauer von mehr als 14 Tagen im StadtLab aktiv. Damit beträgt der Anteil an kommerziellen bzw. gemischt-kommerziellen Nutzungen rund 53 %, bezogen auf die Nutzungstage. Insgesamt erreichten die Projekte und Aktivitäten seit dem Start des Förderprojekts „StadtLab Jena“ im Juni 2023 rund 32.000 Besucher:innen. An Tagen mit Nutzungen stieg die Passant:innenfrequenz in der Löbderstraße statistisch signifikant um rund vier Prozent.  Die offenen Bildungs-, Kultur- und Handelsformate sorgten für einen messbaren Publikumszuspruch.

Positive Wirkung auf Innenstadt und Akteure

Die begleitende Befragung der Nutzer:innen bestätigt die hohe Bedeutung des StadtLab: 93 Prozent zeigten sich mit dem Angebot sehr oder eher zufrieden, die Durchschnittsnote lag bei 1,3. Sechs von zehn Befragten gaben an, dass sie ihr Konzept ohne das StadtLab nicht in der Jenaer Innenstadt hätten umsetzen können. Besonders hervorgehoben wurden die zentrale Lage, die niedrigen Zugangshürden, die flexible Nutzung sowie die persönliche Betreuung durch das Team. Das StadtLab wurde klar als „Ermöglicher“ wahrgenommen – für neue Ideen, Kooperationen und Zielgruppen.

Verstetigung und Weiterentwicklung

Nahezu alle befragten Akteur:innen wünschen sich eine Fortführung ihrer Nutzungen – überwiegend regelmäßig und bevorzugt in der Innenstadt. 100 Prozent der Befragten sehen langfristigen Bedarf für Experimentier- und Freiräume wie das StadtLab in der Jenaer Innenstadt. Gleichzeitig zeigen sich viele bereit, eine Verstetigung aktiv zu unterstützen, etwa durch Zeit, Expertise oder Sachleistungen.

Handlungsempfehlungen aus der Evaluation

Die Evaluation empfiehlt, das StadtLab zu etablieren und gezielt weiterzuentwickeln. Zentrale Ansatzpunkte sind der weiterhin vergünstigte Zugang zu innerstädtischem Raum, Investitionen in technische und bauliche Ausstattung, eine bessere Sichtbarkeit am Standort Ratszeise, sowie vereinfachte Regelungen für die Nutzung des Außenbereichs. Inhaltlich sollte die bewährte Mischung aus sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Nutzungen beibehalten und ausgebaut werden, um unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen und Synergien zu ermöglichen.

Diese Synergien möchte auch Lars Liebe, Fachdienstleiter Stadtentwicklung der Stadt Jena, beibehalten: 

„Die Ergebnisse zeigen klar: Das StadtLab ist mehr als eine Fläche – es ist ein strategisches Instrument der Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung. Es schafft niedrigschwellige Zugänge zur Innenstadt, ermöglicht Experimente jenseits klassischer Marktlogiken, stärkt Netzwerke und erhöht die Aufenthaltsqualität. In einer Zeit des strukturellen Wandels der Innenstädte leistet das StadtLab einen wichtigen Beitrag zur Transformation vom reinen Einkaufsort hin zu einem vielfältigen Begegnungs-, Kultur- und Arbeitsraum. Genau deshalb braucht Jena das StadtLab auch in Zukunft, und genau deshalb unterstützen wir als Dezernat für Stadtentwicklung & Umwelt das Projekt auch in diesem Jahr.“

Gewinner:innen des Ideenwettbewerb 2026 in der Ratszeise

Auch in 2026 ist viel geplant, auch wenn die Bundesförderung im November 2025 ausgelaufen ist. 

„Wir haben eine konstant hohe Nachfrage für ganz vielfältige Nutzungen auch in 2026. Unsere vier Ideenwettbewerb-Gewinner aus dem letzten Jahr zeigen ihre Projekte, darauf freuen wir uns besonders“, 

so Projektleiterin Erza Plava. Die ersten Vereinbarungen sind bereits unterzeichnet. „Sports Tech Factory“ testet bis Ende Februar jeden Donnerstag das Format „After Run Beats x Techno Ping Pong“ und verbindet dabei Bewegung, Musik und Community. Pünktlich zum Frühlingsmarkt Mitte Mai zieht mit „vivantia“ – Platz 2 im Ideenwettbewerb – ein entschleunigter Kultur- und Begegnungsraum mit kuratierten Möbeln, handwerklichen Formaten und einem kleinen Café ins StadtLab ein. Die „Werkschau Thüringen“ – Goldmedaillengewinnerin im letzten Jahr – bringt im September regionales Handwerk und moderne Designprodukte nach Jena und nutzt die Ratszeise als Schaufenster für Produkte „made in Thuringia“. Schließlich können sich Besucher:innen im Oktober auf den 3. Platz des Ideenwettbewerbs freuen, das Format „Spielend Begegnen“: mit Gesellschaftsspielen, Stadtrallyes und Turnieren wird dann Raum für Spaß, Austausch und Begegnungen geschaffen.

Freiluft-StadtLab auf dem Engelplatz wird erweitert

Ein weiteres Highlight wird der Ausbau des „Freiluft-StadtLab“ auf dem Engelplatz sein. Unter dem Motto „Deine Idee gehört an die frische Luft?!“ können dort Einzelhändler:innen und Gastronomie mit temporären Nutzungen die Fläche gegenüber der Bibliothek gemeinsam beleben. 

„Wir wollen ab April, bis zum Start der Kulturarena, die Möglichkeit schaffen, neue Konzepte live zu erproben und Synergien für die Community in der Innenstadt entwickeln. Auch nach der Kulturarena soll es im September damit weitergehen, damit sich der Engelplatz als innerstädtischer Begegnungsraum weiter festigt,“ 

so Projektleiterin Grit Sachse.

Viel zu tun also für das StadtLab-Team, das sich natürlich auch wünscht, seine erfolgreichen Projekte auch nach 2026 weiterzuführen.